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Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie

Letzte Aktualisierung: 27.8.2024

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Eine Pneumonie durch den ubiquitär vorkommenden Schlauchpilz Pneumocystis jirovecii (früher: carinii) tritt nur bei immungeschwächten Patienten auf. Insb. eine chronisch progrediente Dyspnoe mit trockenem Husten, die sich trotz antibiotischer Therapie nicht bessert, sollte an diese Differenzialdiagnose denken lassen. In etwa der Hälfte aller Fälle ist es die erste Manifestation von AIDS. Diagnostische Hinweise sind eine LDH-Erhöhung sowie (initial oftmals nur diskrete) milchglasartige Verschattungen im Röntgen-Thorax. Eine hochdosierte Therapie mit Cotrimoxazol ist neben einer weitergehenden Abklärung bzw. Behandlung der zugrunde liegenden immunsupprimierenden Erkrankung erforderlich.

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Definitiontoggle arrow icon

  • Interstitielle Pneumonie durch den Schlauchpilz Pneumocystis jirovecii: Pneumozysten wurden lange Jahre zu den Protozoen gezählt, werden inzwischen aber den Pilzen zugeordnet
  • Das Durcheinander bei der Namensgebung (P. jirovecii; früher P. carinii) ist darauf zurückzuführen, dass die Subspezies der Pneumozysten P. carinii von Antonio Carini bei Ratten entdeckt wurde und aufgrund der Ähnlichkeit zu den menschlichen Pneumozysten als Erreger fehlidentifiziert wurde. Die eigentlich humanpathogene Spezies wurde von Otto Jirovec entdeckt und bei Kindern und Säuglingen beschrieben, woraufhin P. carinii in P. jirovecii umbenannt wurde. Allerdings lautet die offizielle Abkürzung immer noch PCP (und nicht PJP), wobei PCP nicht für "Pneumocystis carinii Pneumonie" sondern für "PneumoCystis Pneumonie" steht – das Durcheinander der Namensgebung wird dadurch allerdings nicht geklärt und vermutlich noch ein wenig anhalten
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Ätiologietoggle arrow icon

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Symptomatiktoggle arrow icon

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Diagnostiktoggle arrow icon

Klinische Untersuchung

  • Oft unauffälliger Auskultationsbefund

Der unauffällige Auskultationsbefund und der zunächst harmlos wirkende Husten führen häufig zur Fehldiagnose einer atypischen Pneumonie oder Bronchitis!

Labor

  • Typische LDH-Erhöhung
  • Erregernachweis: PCR bzw. Mikroskopie aus BAL oder induziertem Sputum (Letzteres mit geringer Sensitivität) [1]
  • Keine Serologie möglich, Erreger nicht kulturell anzüchtbar

Apparativ

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Therapietoggle arrow icon

Akute Infektion

PCP-Prophylaxe

  • Indikation
    • Primärprophylaxe: CD4-Helferzellen unter 200/μL (AIDS, Knochenmarksuppression unter zytostatischer Therapie)
    • Sekundärprophylaxe: Schutz vor Rezidiv bei AIDS bzw. fortbestehender Immunschwäche
  • Durchführung
    • Niedrigdosiert Cotrimoxazol
    • Alternativ: Inhalation von Pentamidin (bspw. 1× monatlich)
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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Prognosetoggle arrow icon

  • Unbehandelt : Eine der Haupttodesursachen bei HIV-Patienten
  • Behandelt : Gute Kontrolle und Prävention eines Krankheitsausbruchs
  • Gesamtüberleben bei HIV-Infektion: 90%
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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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