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Karpaltunnelsyndrom

Letzte Aktualisierung: 9.12.2024

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Das Karpaltunnelsyndrom bezeichnet eine chronische Kompression des N. medianus unter dem Retinaculum flexorum im Karpaltunnel. Die Symptome ergeben sich aus der Funktion des N. medianus peripher des Karpaltunnels. Früh zeigen sich nächtliche Schmerzen in Zeige- und Mittelfinger sowie im Daumen; im Verlauf kommt es zu einer Atrophie des Daumenballens. Verschiedene klinische Tests geben erste Verdachtshinweise, entscheidend ist aber die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit mittels Elektroneurografie. Beschränkt sich die Symptomatik auf nächtliche Schmerzen, kann ein Therapieversuch mit Ruhigstellung des Arms in der Nacht und kurzzeitiger medikamentöser Schmerztherapie erfolgen. Im Allgemeinen wird jedoch eine frühzeitige operative Dekompression durch Spaltung des Retinaculum flexorum angestrebt.

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Geschlecht: >
  • Alter: Häufigkeitsgipfel 40.–50. Lebensjahr
  • Häufig: Beidseitiger Befall

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

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Pathophysiologietoggle arrow icon

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Symptomatiktoggle arrow icon

Die Schwurhand gehört nicht zu den Symptomen! Diese tritt lediglich bei proximalen Medianusläsionen auf!

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Verlaufs- und Sonderformentoggle arrow icon

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Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese

  • Schmerzen: Qualität und Zeitpunkt des Auftretens
  • Missempfindungen
  • Vorerkrankungen und Voroperationen
  • Berufliche Tätigkeit
  • Dauermedikation

Klinische Untersuchung

  • Inspektion
    • Thenaratrophie
      • Untersuchung immer im Seitenvergleich!
      • Ausschluss einer Inaktivitätsatrophie durch eine Rhizarthrose
    • Haut- und Nagelveränderungen: Bspw. verminderte Schweißsekretion
  • Palpation
  • Funktionsuntersuchung

Eine Adduktionskontraktur durch eine Rhizarthrose kann ein positives Flaschenzeichen vortäuschen!

Apparative Diagnostik

Die klinischen Zeichen haben eine geringe Spezifität, entscheidend ist deshalb die Elektroneurografie!

Bei pathologischer apparativer Diagnostik ohne klinische Symptome ist keine Therapie indiziert!

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

Konservative Therapie

  • Indikation
    • Nächtliche Schmerzen
    • Geringe Beschwerdesymptomatik
  • Durchführung
    • Nächtliche Ruhigstellung durch gepolsterte, palmare Unterarmschiene
    • Orale Glucocorticoid-Therapie über 14 Tage
    • Einmalig: Lokale Infiltrationstherapie mit Glucocorticoiden
    • Kurzzeitig analgetische Therapie (NSAR)

Operative Therapie

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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Prognosetoggle arrow icon

  • Symptomverbesserung nach OP bei >80%
  • Protrahierter Narbenschmerz: Symptomverbesserung kann bis zu 6 Monate dauern
  • Längeres Intervall (>3 Jahre) zwischen Symptombeginn und operativer Therapie → Verschlechterung der Prognose
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Patienteninformationentoggle arrow icon

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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3D-Anatomietoggle arrow icon

In Kooperation mit Effigos bieten wir dir die Möglichkeit, Anatomie auch in 3D zu erfahren. Die Inhalte sind vielfach auf AMBOSS abgestimmt oder ergänzend. Neben Komplettmodellen bieten wir dir auch sprach- oder textgeführte Exkurse zu einzelnen Themen. In allen Versionen hast du die Möglichkeit mit den Modellen individuell zu interagieren, z.B. durch Schneiden, Zoomen oder Aus- bzw. Einblenden bestimmter Strukturen. Eine Übersicht über alle Inhalte findest du in dem Kapitel Anatomische 3D-Modelle. Die unterschiedlichen Pakete zu den 3D-Modellen findest du im Shop.

3D-Modell

Exkurs

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