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Rektusdiastase

Letzte Aktualisierung: 14.6.2023

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Eine Rektusdiastase liegt vor, wenn die beiden Hälften des geraden Bauchmuskels in der Mitte (Linea alba) mehr als 2 cm auseinanderweichen. Hierdurch können sich Bauchorgane vorwölben, ohne dass jedoch eine Einklemmungsgefahr besteht, da die Faszie durchgehend intakt bleibt. Es handelt sich bei der Rektusdiastase also nicht um eine Hernie. Neben kosmetischen Beeinträchtigungen leiden Betroffene häufig an Bauch- und Rückenschmerzen.

Während sich die Rektusdiastase des Neugeborenen und der Schwangeren i.d.R. spontan zurückbilden, besteht bei allen anderen Betroffenen eine Therapieindikation. Die Therapie sollte mit Physiotherapie zur gezielten Stärkung der Rumpfmuskulatur beginnen. Bei ausbleibender Besserung, sehr weitem Abstand, funktionellen Beschwerden oder begleitenden Hernien sollte eine operative Therapie erwogen werden.

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Definitiontoggle arrow icon

  • Rektusdiastase: Ausdünnung und Weitung der Linea alba zwischen der rechten und linken Hälfte des M. rectus abdominis
    • >2 cm (bei Erwachsenen)
    • Intakte Faszie
  • Sonderformen
    • Physiologische Rektusdiastase beim Säugling: Auftreten innerhalb des ersten Lebensjahres
    • Rektusdiastase im Wochenbett: Auftreten bis zu 8 Wochen nach Entbindung [1][2]

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Epidemiologie und Ätiologietoggle arrow icon

Epidemiologie

  • Inzidenz: Nicht genau bekannt
  • Geschlechterverteilung: >
    • Häufig Frauen postpartum [4]
    • Seltener Männer mit Adipositas

Ätiologie

Bei einer Schwangerschaft kommt es immer zur Kombination aus erhöhtem abdominellen Druck und verringerter Stabilität des Bindegewebes, weshalb die meisten Rektusdiastasen nach Schwangerschaften auftreten!

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Symptomatiktoggle arrow icon

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Klassifikationtoggle arrow icon

Klassifikation nach der European Hernia Society (EHS) [1]

  • Kriterien: Ätiologie, Distanz, Begleithernien
  • Anwendung: Im klinischen Alltag
Klassifikation nach der European Hernia Society (EHS)
Typ Distanz Begleithernie [9]
  • D1: >2–3 cm
  • D2: >3–5 cm
  • D3: >5 cm
  • H0: Keine
  • H1: Mind. 1

Klassifikation der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG) und der International Endohernia Society (IEHS) [7]

  • Kriterien: Distanz, Lokalisation, Länge, Begleithernien, Hautzustand, Schmerz, Z.n. Operationen, Schwangerschaften
  • Anwendung: In klinischen Studien zur Evaluation verschiedener OP-Verfahren
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Diagnostiktoggle arrow icon

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Liegt augenscheinlich eine Rektusdiastase vor, sollten bei Bauchschmerzen dennoch andere mögliche intraabdominelle Differenzialdiagnosen nicht gänzlich außer Acht gelassen werden!

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

  • Konservative Therapie
    • Physiotherapie : Stärkung der Rumpfmuskulatur
    • Unterstützend: Bspw. Bauchbinde, Taping
    • Gewichtsabnahme
  • Chirurgische Therapie
    • Indikationen
    • Methoden
    • Postoperative Maßnahmen
      • Tragen einer Bauchbinde
      • Körperliche Schonung

Eine Rektusdiastase sollte bei Beschwerden unbedingt therapiert werden!

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Komplikationentoggle arrow icon

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Präventiontoggle arrow icon

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

  • M62.-: Sonstige Muskelkrankheiten
    • M62.0-: Muskeldiastase
      • M62.08: Muskeldiastase: Sonstige (Hals, Kopf, Rippen, Rumpf, Schädel, Wirbelsäule)
      • M62.09: Muskeldiastase: Nicht näher bezeichnete Lokalisation

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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