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Koxarthrose und Gonarthrose

Letzte Aktualisierung: 27.5.2024

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen in westlichen Ländern nimmt die Anzahl der Patienten mit Arthrose in Knie- und Hüftgelenk stetig zu. In der frühen Phase der Erkrankung spürt der Patient Schmerzen bei Bewegungsbeginn sowie bei langanhaltender und starker Belastung, während es im späteren Verlauf der Erkrankung auch in Ruhe oder in der Nacht zu quälenden Schmerzen kommt. Falls die Anpassung des Lebensstils (dosierte Belastung, ggf. Gewichtsabnahme) sowie physikalische Maßnahmen keinen Erfolg bringen, wird eine Schmerztherapie nach WHO-Stufenschema begonnen. Der Leidensdruck des Patienten bestimmt dabei, wann eine operative Therapie und ggf. ein Gelenkersatz zu erwägen ist.

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Definitiontoggle arrow icon

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Epidemiologietoggle arrow icon

  • Häufige Erkrankungen des Erwachsenen
    • I.d.R. des älteren Menschen (≥50 Jahre) oder posttraumatisch
    • Geschlecht: >
  • Prävalenz mit zunehmendem Alter steigend [2]
    • Radiologische Zeichen einer Gonarthrose: 15–16% (50–54 Jahre), 34–40% (70–74 Jahre) [3]
    • Klinische und radiologische Zeichen einer Gonarthrose: Ca. 24% aller über 60-Jährigen [4]
    • Radiologische Zeichen einer Koxarthrose: 10–20% der europäischen Bevölkerung [5]
    • Klinische und radiologische Zeichen einer Koxarthrose: 3–6% der europäischen Bevölkerung [6]
  • Inzidenz: 240 Neuerkrankungen/100.000/Jahr [1]
    • 1% aller über 70-Jährigen
  • Implantation einer Totalendoprothese[7]
    • Routineeingriff: Gehört zu den 20 häufigsten operativen Eingriffen in deutschen Krankenhäusern
    • Bei Koxarthrose: ≈150/100.000/Jahr
    • Bei Gonarthrose: ≈130/100.000/Jahr

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

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Ätiologietoggle arrow icon

Primärarthrose: Idiopathisch

  • Idiopathische Genese
  • Prädispositionsfaktoren
    • Weibliches Geschlecht
    • BMI >25
    • Höheres Lebensalter

Sekundärarthrose

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Klassifikationtoggle arrow icon

Klassifikation der Gonarthrose nach Ahlbäck [8]

Typen Radiologische Veränderungen
1 Gelenkspaltverschmälerung
2 Aufhebung des Gelenkspalts
3 Geringe Knochenarrosion
4 Mäßige Knochenarrosion
5 Massive Knochenarrosion, oft mit Subluxation und sekundärer lateraler Arthrose

ICRS-Klassifikation von Knorpelschäden [9]

Grad Sichtbare Veränderungen
0
  • Keine erkennbaren Defekte
1
  • A: Intakte Knorpeloberfläche, Fibrillationen und/oder leichte Erweichung
  • B: Zusätzlich oberflächliche Risse oder Fissuren
2
  • Läsionstiefe <50% der Knorpeldicke: Anormaler Knorpel
3
  • Läsionstiefe >50% der Knorpeldicke
  • A: Nicht bis zur kalzifizierenden Schicht: Schwer anormaler Knorpel
  • B: Bis zur kalzifizierenden Schicht
  • C: Bis zur subchondralen Platte
  • D: Mit Blasenbildung
4
  • Vollständige Knorpelläsion mit Durchbruch der subchondralen Platte

Allgemeine radiologische Klassifikation der Arthrose

Klassifikation der Osteoarthrose des American College of Rheumatology [10][11]

Osteoarthrose des Knies

Klinisch Klinisch und laborchemisch Klinisch und radiologisch
  • Knieschmerz
  • Mind. 3 Kriterien
    • Alter >50 Jahre
    • Krepitationen
    • Gelenksteife <30 Minuten
    • Lokaler Druckschmerz
    • Knochenvergrößerung an den Rändern des Gelenks
    • Keine Überwärmung des Gelenks

Osteoarthrose der Hüfte

Klinisch Klinisch und radiologisch

Oder

  • Hüftschmerz
  • Mind. 2 Kriterien
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Symptomatiktoggle arrow icon

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Vorgehen in der Notaufnahmetoggle arrow icon

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Diagnostiktoggle arrow icon

Anamnese

  • Schmerz
    • Akute Schmerzepisode vs. chronischer Schmerz
    • Belastungs- und Bewegungsschmerz
    • Morgensteifigkeit und Anlaufschmerz
    • Ruhe- und Nachtschmerz
  • Bewegungs- und Funktionseinschränkung: Schmerzfreie Gehstrecke/-dauer
  • Sozialanamnese
    • Freizeitverhalten und ausgeübte Sportarten: Fehlbelastungen im Alltag
    • Berufliche Tätigkeit (sitzend, kniend)
  • Medizinische Vorgeschichte
    • Vorerkrankungen: Metabolische/systemische Komorbiditäten und weitere Risikofaktoren für Arthrose
    • Unfälle und Traumata
    • Operative Gelenkeingriffe, insb. Gelenkersatz an anderen Gelenken

Körperliche Untersuchung

Röntgen

Fakultative Diagnostik

  • Sonografie, ggf. Gelenkpunktion
  • Labordiagnostik (Serologie): Bei V.a. einen Infekt
  • MRT
    • Bei vermutetem Kniebinnenschaden
    • Bei Diskrepanz zwischen bisheriger Bildgebung und Klinik
    • Bei ausbleibender Beschwerdelinderung unter Standardtherapie
    • Bei geplantem gelenkerhaltendem Therapieansatz empfohlen
  • CT
    • Zum Ausschluss posttraumatischer Knochendefekte
    • Bei Diskrepanz zwischen bisheriger Bildgebung und Klinik
    • Bei ausbleibender Beschwerdelinderung unter Standardtherapie
  • Diagnostische Infiltration mit Lokalanästhesie: Zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen

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Differenzialdiagnosentoggle arrow icon

Allgemein

Spezifisch

AMBOSS erhebt für die hier aufgeführten Differenzialdiagnosen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Therapietoggle arrow icon

Die Therapie der Gon- und Koxarthrose wird in einen konservativen und einen operativen Therapiezweig unterteilt. Generell versucht man alle konservativen Therapieoptionen auszuschöpfen, bevor eine operative Therapie eingeleitet wird. Im Folgenden findet sich eine Übersicht der einzelnen Therapiemöglichkeiten, welche später detailliert erklärt werden.

Konservative Therapie

Operative Therapie

Gelenkerhalt

  • Arthroskopien: Bspw. arthroskopische (Teil‑)Meniskektomie oder Entfernung freier Gelenkkörper
  • Knorpelersatzverfahren: Insb. bei fokalen Defekten der Gonarthrose
  • Umstellungsosteotomien
    • Koxarthrose: Bspw. Pfannendachosteotomie
    • Gonarthrose: Tibiakopfosteotomien (meist valgisierend), distale femorale Umstellungsosteotomien (meist varisierend)

Gelenkersatz

  • Allgemeine Indikationen zum Gelenkersatz
    • Schmerz für mind. 3–6 Monate und Nachweis eines Strukturschadens (Arthrose, Osteonekrose)
    • Versagen konservativer Therapiemaßnahmen
    • Subjektiver Leidensdruck und Einschränkung der Lebensqualität
    • Starke traumatische Gelenkdestruktion und gelenknahe Fraktur
  • Hemiprothesen
    • Koxarthrose: Duokopfprothese
      • Beschreibung: Prothetischer Ersatz des Femurkopfes durch eine bipolare Schaftprothese mit kleinem Gelenkkopf, auf die ein größerer, beweglicher Prothesenkopf aufgesetzt wird
      • Indikation: Isolierte Schädigung des proximalen Femurs bei alten Patienten
    • Gonarthrose: Unikondyläre Schlittenprothese
      • Beschreibung: Ersatz von einer Femurkondyle (unikondylär) und der korrespondierenden Tibiagelenkfläche mit Einlage einer Kunststoffgleitfläche zwischen den einzelnen Komponenten
      • Indikation: Isoliert mediale oder laterale Gonarthrose
  • Totalendoprothesen (TEP)
    • Koxarthrose: Hüft-TEP
    • Gonarthrose: Knie-TEP
      • Beschreibung: Ersatz beider Femurkondylen (bikondylär) und der korrespondierenden Tibiagelenkfläche mit Einlage einer Kunststoffgleitfläche zwischen den einzelnen Komponenten
      • Indikation: Gonarthrose in fortgeschrittenem Stadium, konservative Therapieresistenz
      • Varianten: Zementiert und zementfrei, ungekoppelt und gekoppelt
  • Arthrodese
    • Beschreibung: Operative Gelenkversteifung
    • Indikation: Sehr weit fortgeschrittene Gelenkdestruktion, bei der ein prothetischer Ersatz nicht mehr möglich ist (Ultima Ratio)

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Konservative Therapie der Gon- und Koxarthrosetoggle arrow icon

Die konservative Therapie der Gon- und Koxarthrose ist eine rein symptomatische Therapie, d.h. die Beschwerden sollen gelindert werden. Im Rahmen begleitender sekundärprophylaktischer Maßnahmen kann eine Progression der Arthrose reduziert bzw. verlangsamt werden.

Nicht-medikamentös

Medikamentös

Die medikamentöse Therapie richtet sich nach dem WHO-Stufenschema. Unterschieden werden zusätzlich noch SYRADOA , also Medikamente wie NSAR und Opioide, die eine schnelle Schmerzlinderung bewirken, und SYSADOA , Medikamente, die nur langsam ihre Wirkung entfalten, dafür aber über mehrere Monate wirken.

SYRADOA: Symptomatic Rapid Acting Drugs for Osteoarthritis

  1. Topisch applizierte NSAR: Bspw. Diclofenac-Salbe (insb. bei Patienten ≥75 Jahren indiziert)
  2. Orale NSAR : Kurzzeitig in der niedrigsten wirksamen Dosierung
  3. Orale Opioide : Kurzzeitig in der niedrigsten wirksamen Dosis

SYSADOA: Symptomatic Slow Acting Drugs for Osteoarthritis

  • Glukosamin oral: Regeneration der Knorpelstruktur und des Knorpelstoffwechsels [3]
  • Hyaluronsäure intraartikulär: Einsatz zur Schmerzlinderung bei Kontraindikation oder unzureichendem Effekt von NSAR
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Operative Therapie der Koxarthrosetoggle arrow icon

Gelenkerhalt [13][14]

Hüftarthroskopie [14]

  • Indikation
  • Therapieziel
    • Schmerzreduktion
    • Gelenkerhalt
    • Verbesserung der Gelenkfunktion
  • Vorbereitung
    • Bildwandler und Arthroskopieturm
    • Lagerung auf einem Extensionstisch in Seiten- oder Rückenlage
  • Verfahren
    • Dreidimensionale CAM-Osteotomie bei femoroacetabulärem Impingement
    • Dreidimensionale Pincer-Osteotomie bei femoroacetabulärem Impingement
    • Labrumnaht/ -refixation/ -resektion/ -rekonstruktion
    • Synovektomie
    • Entfernung freier Gelenkkörper
    • (Osteo‑)chondrale Therapie: Bspw. Defektauffüllung, osteochondraler Transfer
    • Kapselrelease/ -raffung/ -rekonstruktion

Gelenkersatz

Ziel

  • Erhalt des natürlichen Drehzentrums
  • Freie Beweglichkeit ohne Anschlag (Impingement)
  • Keine Luxation im physiologischen Bewegungssektor

Indikation

Kontraindikation

Vorbereitung

Verfahren: Hüftgelenkprothesen

Für detailliertere Informationen siehe auch: Endoprothetik des Hüftgelenks

Nachsorge

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AMBOSS-Pflegewissen: Hüft-TEPtoggle arrow icon

Spezielle präoperative Pflege

Siehe AMBOSS-Pflegewissen: Präoperative Pflege

Spezielle postoperative Pflege

Für weitere Informationen siehe

Beobachten/Überwachen

  • Regelmäßiges Basismonitoring: Größerer intra- und postoperativer Blutverlust möglich
  • Drainagen: Auf Lage und ggf. Sog der Drainage sowie Menge, Farbe und Beimengungen des Sekrets achten
  • Flüssigkeitsbilanzierung: Nach ärztlicher Anordnung

Mobilisation/Positionierung

Nach der OP besteht das Risiko einer (Sub‑)Luxation der Endoprothese, daher gilt es, bei der Lagerung und Mobilisierung der Betroffenen bestimmte Bewegungen und Positionen zu vermeiden.

  • Erstmobilisation: Nach ärztlicher Anordnung
    • Häufig bereits am OP-Tag
    • Nach Röntgenkontrolle der Gelenkprothese
    • Mit Begleitung
    • Mit Unterstützung, bspw. Unterarmgehstützen, Gehbock oder Rollator
    • Individuelle Belastung des operierten Beines
    • Falls keine ärztlichen Angaben vorliegen: Mobilisierung ohne Belastung des operierten Beines!
    • Ablauf der Mobilisation
      • Aufstehen über die Bettseite des operierten Beines
      • Hochstellen des Kopfteils des Bettes um bis zu 45°: Hüfte darf nicht um ≥90° gebeugt werden.
      • Anstellen des nicht-operierten Beines
      • Unterstützen des operierten Beines durch die Pflegekraft mit einer Hand am Sprunggelenk und einer Hand in der Kniekehle
      • Patient:in mobilisiert sich mithilfe der Triangel am Bettaufrichter/-galgen und über Abdrücken mit dem gesunden Bein an die Bettkante der operierten Seite
      • Mobilisierung des operierten Beines nur durch die Pflegekraft: Bein darf weder nach außen noch nach innen rotiert werden, eine leichte Abduktionsstellung ist vorteilhaft
      • Pflegekraft führt das Bein bis über die Bettkante
      • Auch im Sitzen an der Bettkante darf die Hüfte nicht um ≥90° gebeugt werden
      • Hilfsmittel (Gehstützen, Gehbock) bereitstellen
      • Aufstehen mit Hilfsmitteln durch Belastung des nicht-operierten Beines
      • Bei Bedarf: Mobilisation mithilfe einer zweiten Pflegekraft, die von der anderen Seite den Oberkörper unterstützt
  • Positionierung
    • Das operierte Bein in den ersten postoperativen Tagen in einer Schiene lagern, insb. zum Schlafen
      • CAVE: Kontrakturgefahr!
    • Im weiteren Verlauf zum Schlafen ein großes Kissen zwischen die Beine legen
    • Bei liegender Drainage keine Lagerung auf der operierten Seite
  • Zu vermeidende Bewegungen des operierten Beines
    • Add- und Abduktion
    • Innen- und Außenrotation
    • Beugung der Hüfte ≥90°
      • Hilfsmittel zur Vermeidung einer Hüftbeugung ≥90°
        • Toilettensitzerhöhung
        • Keilkissen
        • Greifzange mit langem Griff
        • Schuhanzieher mit langem Griff

Körperpflege/Prophylaxen

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Operative Therapie der Gonarthrosetoggle arrow icon

Gelenkerhalt [3]

  • Indikation
    • Frühstadien der Arthrose bei fokalen Knorpeldefekten
    • Einseitig ausgeprägte Arthrose bei jungen (<50 Jahre), aktiven Patienten bei erhaltener Kniebeweglichkeit
  • Verfahren
    • Knorpelersatzverfahren bei fokalen Defekten , insb. Mosaikplastik
    • Osteotomien bei Achsdeformitäten : Rezentrierung der Traglinie
      • Medial aufklappende oder lateral zuklappende Tibiakopf-Osteotomien: Meist valgisierend
      • Distale femorale Umstellungsosteotomie: Meist varisierend
    • Radiosynoviorthese : Entzündungshemmung bei rezidivierenden Synovialitiden

Gelenkersatz

Indikation

  • Absolut
    • Knieschmerz für mind. 3–6 Monate
    • Nachweis eines Strukturschadens (Arthrose, Osteonekrose)
    • Versagen konservativer Therapiemaßnahmen
    • Subjektiver Leidensdruck und Einschränkung der Lebensqualität
  • Relativ
    • Reduzierte Gehstrecke, Schmerzen bei langem Stehen oder Treppensteigen: Eingeschränkte Alltagsfähigkeit
    • Fehlstellung der Beinachse
    • Instabilität des Kniegelenks
    • Funktionseinschränkungen des Kniegelenks/Beins (Kraft, Beweglichkeit)

Kontraindikation

Vorbereitung

Verfahren (Kniegelenkprothesen)

  • Unikondyläre Endoprothese (Schlittenprothese)
    • Indikation: Isolierte mediale/laterale, tibiofemorale Gonarthrose bei intaktem Kapsel-Band-Apparat
    • Kontraindikation: Symptomatische Retropatellararthrose, ausgeprägte Beugekontraktur, Varus- oder Valgusfehlstellung
    • Prozedere: Ersatz von einer Femurkondyle (unikondylär) und der korrespondierenden Tibiagelenkfläche mit Einlage einer Kunststoffgleitfläche zwischen den einzelnen Komponenten
  • Patellofemorale Endoprothese
    • Indikation: Isolierte patellofemorale (retropatellare) Gonarthrose
    • Prozedere: Prothetischer Ersatz der Trochlea femoris (= patellare Gleitfläche) und der Patellarückfläche
  • Totalendoprothese (Knie-TEP)
    • Prozedere: Ersatz beider Femurkondylen (bicondylär) und der korrespondierenden Tibiagelenkfläche mit Einlage einer Kunststoffgleitfläche zwischen den einzelnen Komponenten
      • Ungekoppelte TEP : Bei stabilem Bandapparat und nur geringgradiger Achsfehlstellung
      • Gekoppelte TEP : Insb. bei älteren Patienten mit insuffizienter Bandführung und Rheumatikern sowie bei femoro-tibialen Rotationsfehlstellungen
      • Ggf. zusätzlich Ersatz der Patellarückfläche (trikondyläre Prothese)
  • Arthrodese
    • Indikation: Ausgedehnter Knochen- und Weichteildefekt, massive Gelenkdestruktion und Insuffizienz des Streckapparates
    • Prozedere: Operative Versteifung des Kniegelenks

Nachsorge

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AMBOSS-Pflegewissen: Knie-TEPtoggle arrow icon

Spezielle präoperative Pflege

Siehe AMBOSS-Pflegewissen: Präoperative Pflege

  • Ggf. Abnahme von Kreuzblut nach ärztlicher Anordnung: Siehe Blutabnahme zur Blutgruppenbestimmung und Kreuzprobe
  • Lagerungsschiene/-kissen für das operierte Bein mit in den OP geben
  • Präoperative Hygienemaßnahmen im OP-Gebiet: Es gelten die hausinternen Standards!
    • Haar-Clipping: Kürzen der Haare; eine Rasur wird nicht empfohlen
    • Anschließend gründliche Reinigung des OP- und Intimbereichs

Spezielle postoperative Pflege

Siehe AMBOSS-Pflegewissen: Postoperative Pflege

  • Regelmäßiges Basismonitoring: Größerer intra- und postoperativer Blutverlust möglich
  • Drainagen: Auf Lage und ggf. Sog der Drainage sowie Menge, Farbe und Beimengungen des Sekrets achten
  • Flüssigkeitsbilanzierung: Nach ärztlicher Anordnung

Mobilisation/Positionierung

  • Erstmobilisation: Nach ärztlicher Anordnung
    • Häufig bereits am OP-Tag
    • Ggf. Röntgenkontrolle der Gelenkprothese
    • Mit Begleitung
    • Mit Unterstützung, bspw. Unterarmgehstützen, Gehbock oder Rollator
    • Individuelle Belastung des operierten Beines
    • Falls keine ärztlichen Angaben vorliegen: Mobilisierung ohne Belastung des operierten Beines!
  • Positionierung: Insb. an den ersten postoperativen Tagen schmerzreduzierende und abschwellende Lagerung
  • Zu vermeidende Bewegungen des operierten Beines
  • Passives Bewegungstraining
    • Ziel: Steigerung der Beweglichkeit des Kniegelenks
    • Vorgehen: Einsatz einer CPM-Schiene
      • Positionierung im Bett und Einstellung Bewegungsausmaß durch ärztliches Personal oder Physiotherapeut:innen
      • Mehrmals täglich empfohlen

Die Schienen sind sehr schwer, weshalb auf rückenschonendes Arbeiten geachtet oder die Schiene ggf. zu zweit ins Bett gehoben werden sollte!

Körperpflege/Prophylaxen

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Nachbehandlungsempfehlung der DGOU bei Hüft- und Knieendoprothesetoggle arrow icon

Nachbehandlungsempfehlung bei Hüftendoprothese [15]

Zeit Behandlungsziel Maßnahmen
OP-Tag
  • Vermeidung von Komplikationen
≥1.Tag
  • Aktivierung des Patienten
  • Schwellungsreduktion
≤2. Tag
  • Verbandswechsel
  • Entfernung der Drainagesysteme
≤3. Tag
  • Kontrolle des OP-Ergebnisses
  • Röntgenkontrolle
≤2. Woche
  • Ausweitung der Aktivierung des Patienten
  • Vorbereitung der Entlassung
  • Aktives Bewegen der unteren Extremität
  • Ausweitung des täglichen Trainings
  • Antragstellung und Einleitung einer Rehabilitationsmaßnahme
  • Abklärung der „Activities of Daily Life“ mit entsprechender Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln

≤6. Woche

  • Erreichen eines physiologischen Bewegungsverhaltens
  • Gangschule unter Entwöhnung der Gehhilfen
  • Muskelaufbau- und Ausdauertraining
  • Koordinations- und Gleichgewichtstraining zur Sturzprävention
  • Training der „Activities of Daily Life“
≤12. Woche
  • Bewegung und Belastung unter Alltagsbedingungen
  • Erreichen der Arbeitsfähigkeit bei leichten Tätigkeiten
  • Erkennen von Störungen im Heilverlauf und Einleiten geeigneter Maßnahmen
  • Erweiterte Gangschule auf unebenem Gelände oder Gehparcours
  • Vollbelastung unter Alltagsbedingungen
  • Übergang zur Trainingsstabilität : Muskelaufbautraining unter Einsatz von Geräten
≤16. Woche
  • Teilhabe: Wiedereingliederung in Alltag, Gesellschaft und Beruf
  • Erreichen der Arbeitsfähigkeit bei mittelschweren bis schweren Tätigkeiten
  • Funktionstraining, Rehasport und -nachsorge
  • Ggf. Belastungserprobung oder Arbeitstherapie
≥4. Monat
  • Erreichen der Sportfähigkeit
≥7. Monat
  • Erreichen der Sportfähigkeit

Nachbehandlungsempfehlung bei Knieendoprothese [15]

Zeit Behandlungsziel Maßnahmen
OP-Tag
  • Vermeidung von Komplikationen
≥1.Tag
  • Aktivierung des Patienten
  • Schwellungsreduktion
≤2. Tag
  • Verbandswechsel
  • Entfernung der Drainagesysteme
≤3. Tag
  • Kontrolle des OP-Ergebnisses
  • Röntgenkontrolle
≤2. Woche
  • Ausweitung der Aktivierung des Patienten
  • Vorbereitung der Entlassung
  • Aktives Bewegen der unteren Extremität unter Fortführung des passiven Trainings (CPM-Schiene)
  • Ausweitung des täglichen Trainings
  • Antragstellung und Einleitung einer Rehabilitationsmaßnahme
  • Abklärung der „Activities of Daily Life“ mit entsprechender Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln

≤6. Woche

  • Erreichen eines physiologischen Bewegungsverhaltens
  • Gangschule
  • Muskelaufbau- und Ausdauertraining
  • Koordinations- und Gleichgewichtstraining zur Sturzprävention
  • Training der „Activities of Daily Life“
  • Bewegungsbad und EMS
≤12. Woche
  • Bewegung und Belastung unter Alltagsbedingungen
  • Erreichen der Arbeitsfähigkeit bei leichten Tätigkeiten
  • Erkennen von Störungen im Heilverlauf und Einleiten geeigneter Maßnahmen
  • Erweiterte Gangschule auf unebenem Gelände oder Gehparcours
  • Übergang zur Trainingsstabilität : Muskelaufbautraining unter Einsatz von Geräten
≤16. Woche
  • Teilhabe: Wiedereingliederung in Alltag, Gesellschaft und Beruf
  • Erreichen der Arbeitsfähigkeit bei mittelschweren bis schweren Tätigkeiten
  • Funktionstraining, Rehasport und -nachsorge
  • Ggf. Belastungserprobung oder Arbeitstherapie
≥4. Monat
  • Erreichen der Sportfähigkeit
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Komplikationentoggle arrow icon

Akutkomplikationen bei operativer Therapie der Gon- und Koxarthrose

Spätkomplikationen bei operativer Therapie der Gon- und Koxarthrose

Myositis ossificans

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Prognosetoggle arrow icon

  • Generell: Chronisch-progrediente Erkrankung ohne Heilungschancen
  • Umstellungsosteotomie: Bei ⅓ der Patienten nach 10 Jahren Revision notwendig
  • Gelenkersatz
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Präventiontoggle arrow icon

  • Vermeidung unphysiologischer, kniebelastender Aktivitäten im Alltag: High-Impact-Sportarten
  • Gelenkschonender Sport: Radfahren, Schwimmen
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht (BMI <25)
  • Muskelaufbau
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Patienteninformationentoggle arrow icon

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Kodierung nach ICD-10-GM Version 2025toggle arrow icon

  • M16.-: Koxarthrose [Arthrose des Hüftgelenkes]
    • M16.0: Primäre Koxarthrose, beidseitig
    • M16.1: Sonstige primäre Koxarthrose
      • Primäre Koxarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M16.2: Koxarthrose als Folge einer Dysplasie, beidseitig
    • M16.3: Sonstige dysplastische Koxarthrose
      • Dysplastische Koxarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M16.4: Posttraumatische Koxarthrose, beidseitig
    • M16.5: Sonstige posttraumatische Koxarthrose
      • Posttraumatische Koxarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M16.6: Sonstige sekundäre Koxarthrose, beidseitig
    • M16.7: Sonstige sekundäre Koxarthrose
      • Sekundäre Koxarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M16.9: Koxarthrose, nicht näher bezeichnet
  • M17.-: Gonarthrose [Arthrose des Kniegelenkes]
    • M17.0: Primäre Gonarthrose, beidseitig
    • M17.1: Sonstige primäre Gonarthrose
      • Primäre Gonarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M17.2: Posttraumatische Gonarthrose, beidseitig
    • M17.3: Sonstige posttraumatische Gonarthrose
      • Posttraumatische Gonarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M17.4: Sonstige sekundäre Gonarthrose, beidseitig
    • M17.5: Sonstige sekundäre Gonarthrose
      • Sekundäre Gonarthrose: einseitig, o.n.A.
    • M17.9: Gonarthrose, nicht näher bezeichnet

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2025, BfArM.

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