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Seltene hereditäre Syndrome

Letzte Aktualisierung: 8.10.2024

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Die hier aufgelisteten Syndrome beschreiben meist vererbbare Symptomkomplexe, die selten auftreten und häufig nur symptomatisch therapiert werden können. Beispiele sind das Cri-du-chat-Syndrom (mit charakteristischem Schreiverhalten beim Säugling) oder das X-chromosomal-rezessiv vererbte Martin-Bell-Syndrom, das nach der Trisomie 21 die häufigste Ursache für Intelligenzminderung darstellt.

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Martin-Bell-Syndrom (Fragiles-X-Syndrom, Marker-X-Syndrom)toggle arrow icon

  • Definition: Trinukleotid-Repeat-ErkrankungVeränderung des FMR1-Gens (FMR1 = „fragile X mental retardation 1“)
    • Durch Verlängerung der CGG-Tripletts kann das Genprodukt nicht mehr abgelesen werden
    • X-chromosomal vererbte Erkrankung
    • Penetranz: Abhängig von der Anzahl der Trinukleotid-Wiederholungen differiert die klinische Ausprägung des Syndroms stark
      • <200 Triplett-Wiederholungen
      • Eine Verlängerung des Repeats erfolgt in der Oogenese → Übergang von Prämutation zur manifesten Mutation (>200 Triplett-Wiederholungen) bei maternaler Übertragung möglich
  • Epidemiologie
  • Klinik
    • Unterschiedlich ausgeprägte Intelligenzminderung
    • Verzögerung der Sprachentwicklung, autistisches Verhalten
    • Hyperaktivität
    • Körpergröße und Kopfumfang liegen im oberen Normbereich
    • Phänotypische Besonderheiten, z.B. langes, schmales Gesicht, große Ohren, überstreckbare Gelenke
      • Bei männlichen Patienten: Große Hoden (können bereits vor der Pubertät vergrößert sein)
  • Diagnose
  • Therapie: Symptomatische Förderung
  • Prognose: In der Regel normale Lebenserwartung

Fragile X → X-tra large → Große Ohren, Testes, Gesicht

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Prader-Willi-Syndrom und Angelman-Syndromtoggle arrow icon

Prader-Willi-Syndrom [2][3][4][5]

Angelman-Syndrom

Auffallende Fröhlichkeit → Angel = Engel!

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Zellweger-Syndrom (zerebrohepatorenales Syndrom)toggle arrow icon

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Di-George-Syndromtoggle arrow icon

  • Definition: Mikrodeletionssyndrom, das auf eine Entwicklungsstörung der Kiemenbögen zurückzuführen ist und mit einer Thymusaplasie einhergeht
  • Epidemiologie:
  • Ätiologie
  • Klinik
    • Variabler Phänotyp
    • Die typischen Symptome lassen sich unter dem Akronym CATCH-22 zusammenfassen
      • Cardiac Anomalies = Herzfehler
      • Anomalous Face = Gesichtsdysmorphie
      • Thymusaplasie/Hypoplasie
      • Cleft Palate = Gaumenspalte
      • Hypocalcaemia = Hypokalzämie aufgrund eines Hypoparathyreoidismus
    • Weitere Symptome
      • Magen-Darm-Anomalien
      • Nierenfehlbildungen
      • Hörverlust
      • Zahnschmelzhypoplasie
      • Lernschwierigkeiten und psychiatrische Störungen
    • Betroffenes Chromosom : 22
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Prognose: Abhängig vom Schweregrad und von der Ausprägung der Symptome zeigt sich für die Prognose eine hohe Variabilität, das Maß der kardialen Beeinträchtigung ist der wichtigste, prognostische Faktor

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Pierre-Robin-Sequenz (Pierre-Robin-Syndrom)toggle arrow icon

  • Definition: Fetale Fehlbildung des Mund-Kiefer-Gesichtsbereichs unterschiedlicher Genese
  • Klinik
  • Therapie
    • Bei schwach ausgeprägter Dyspnoe
    • Bei nicht beherrschbarer Dyspnoe
      • Operative Korrektur
        • Bei akut lebensbedrohlicher AtemnotTracheotomie
        • Spezialeingriffe zur langfristigen Korrektur
  • Prognose: Meist normale Lebenserwartung
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Cri-du-chat-Syndrom (Katzenschreisyndrom)toggle arrow icon

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Williams-Beuren-Syndromtoggle arrow icon

  • Epidemiologie: Häufigkeit zw. 1:20.000 und 1:50.000
  • Ätiologie: Mikrodeletion auf Chromosom 7
  • Klinik
  • Diagnostik
    • Typische Klinik
    • FISH: Nachweis der Mikrodeletion 7q11.23

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Rubinstein-Taybi-Syndromtoggle arrow icon

  • Prävalenz: 1:100.000–125.000 Neugeborene
  • Ätiologie
    • Mikrodeletionen der Chromosomenregion 16p13.3 oder 22q13.2
    • Mutationen im Gen für das CREB-bindende Protein (CREBBP, 16p13.3) oder für das E1A-bindende Protein (EP300, 22q13)
    • Fast immer sporadisch (meist als De-novo-Mutation)
    • Wiederholungsrisiko
      • Für Geschwister von Betroffenen niedrig
      • Für Kinder von Betroffenen ca. 50%
  • Pathogenese
  • Klinisches Bild
    • Faziale Charakteristika, die mit dem Alter zunehmen
      • Nach unten außen gerichtete Lidachsen
      • Lange Wimpern
      • Stark gebogene Augenbrauen
      • Gebogene Nase
      • Hoher, schmaler Gaumen
      • Mikrogenie
      • Fingernagelförmige Vertiefungen an der Rückseite der bleibenden Schneidezähne (sog. „talon cusps“)
    • Mikrozephalie
    • Verbreiterung von Daumen und Großzehen
    • Herzfehler (z.B. VSD, ASD, PDA)
    • Augenfehlbildungen (z.B. Verschluss des Ductus nasolacrimalis, angeborenes Glaukom, Refraktionsfehler)
    • Überstreckbare Gelenke
    • Postnatale Wachstumsretardierung
    • Im Säuglings- und Kindesalter häufig Atemwegsinfekte
    • Keloidneigung
    • Obstipationsneigung
    • Erhöhtes Adipositasrisiko
    • Intelligenzminderung
    • Im Erwachsenenalter häufig Stimmungsschwankungen und obsessiv-kompulsives Verhalten
  • Diagnostik
    • Diagnosestellung primär klinisch
    • Humangenetische Untersuchung: Zytogenetische/molekulare Veränderung nur in ca. 65% der Fälle nachweisbar
  • Differenzialdiagnosen
  • Management
    • Bei Kindern
      • Regelmäßige systematische Entwicklungsbeurteilung ab 3–4 Jahren
      • Frühförderung mit Schwerpunkt psychomotorische Entwicklung und Sprachtherapie
      • Alle 3 Jahre Untersuchung des Hör- und Sehvermögens
    • Bei Erwachsenen: Alle 5 Jahre Untersuchung des Hör- und Sehvermögens
    • Bei chirurgischen Eingriffen in Vollnarkose: Erfahrenes anästhesistisches Personal sinnvoll
  • Prognose: I.d.R. normale Lebenserwartung

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Smith-Lemli-Opitz-Syndromtoggle arrow icon

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Wiskott-Aldrich-Syndromtoggle arrow icon

WIPE → Wiskott-Aldrich, Infektionen, Purpura, Ekzem

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Pseudohypoparathyreoidismus (syn. Martin-Albright-Syndrom)toggle arrow icon

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Silver-Russell-Syndromtoggle arrow icon

  • Definition: Seltenes sporadisch auftretendes Syndrom des intrauterinen Kleinwuchses
  • Klinik
    • Körperlänge reduziert
    • Relative Makrozephalie
    • Charakteristische Gesichtsform: Unproportioniert dreieckig wirkendes Gesicht mit hoher Stirn, herabhängenden Mundwinkeln und spitzem Kinn
    • Klinodaktylie (Schiefstellung der Finger)
    • Normale bis leicht verminderte geistige Leistungsfähigkeit
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